Aufrufe, sich an Wahlen zu beteiligen, werden die folgenden Problemfelder nicht von der politischen Agenda streichen:
Österreicher:in werden ist schwer
Junge fühlen sich zu wenig vertreten
Repräsentationslücke in Politik
Migrant:innenlücke in Politik
Eine Zwei-Drittel-Demokratie droht
- Auch die EU-Kommission macht mit und lud im Oktober 2022 ein zum Festival „Bürgerbeteiligung und deliberative Demokratie„
- Democracy Festivals Association: „Our common vision is to revitalise democracy by strengthening the link between a political system and citizens and creating spaces for dialogue and participation.“ Es geht aber auch darum herauszufinden, wie wir unser (jeweiliges) Land „zu einem besseren Ort für alle machen können.“
- aim – Innovative Bildung: Demokratiefestival 2022 mit der Präsentation von Projekten jugendlicher DemokratiebotschafterInnen
- Demokratie-Festival Beta inkl. Start der „Stiftung für direkte Demokratie“
- Das Projekt „Youth Goes Democracy – Demokratie-Festival“ der Landeshauptstadt will ein aktives und deutliches Zeichen dafür setzen, dass Hannover eine weltoffene und tolerante Stadt ist und bleibt. In Hannover haben Intoleranz und Rechtsextremismus keinen Platz!
- Deshalb setzte die Landeshauptstadt ihr Projekt der Demokratiestärkung fort und entschied sich, das erfolgreiche Konzept des „Tages des demokratischen Engagements“ fortzuführen und zu erweitern.
- Demokratiefestival Spandau
Ein Video zum Fest im „Nazidorf Jamel“ hier auf arte.tv oder von PULS Reportage auf youtube.com
- „Euer Fest“ im Rahmen von 75 Jahre Demokratie in Ulm
- Fest der Demokratie in Luzern, inspiriert von der „Initiative Offene Gesellschaft“ in Deutschland. Querverweis: André Wilkens über die Einführung eines europäischen Feiertages und über die „Mobilisierung von Menschen und Ressourcen […], gerade wenn die Schlacht abstrakt, virtuell und mitunter kaum merklich stattfindet.“
- Erfahrungen mit dem World Peace Game an der UNESCO-Schule Stiftsgymnasium Melk: „Politische Bildung spielerisch erleben“ – Details zum Spiel erläutert Doris Sommer hier ab S 51. Ihr Hinweis führt uns zur sozial innovativen GLOBART Academy.
- Hinweis zu wichtigen spill-over-Effekten, weil herkömmliche „Bildungsmaßnahmen“ allein nicht reichen zur Etablierung notwendiger Innovationen. So gesehen wird es sinnvoll sein, sich ganz besonders um die Teilnahme jener Menschen zu bemühen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt kritischer bewerten als der Durchschnitt – das sind in Österreich laut Integrationsbarometer 2/2022: „Frauen, mittlere und höhere Altersgruppen, Menschen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen, Befragte im ländlichen Raum sowie Personen ohne religiöses Bekenntnis.“ (S 13)
- Mangelnde Transparenz beim Einsammeln von Großspenden für das geplante, aber nie durchgeführte Demokratiefest „Olympia12062020“ ließ einiges an Kritik entstehen. Interessanter erscheint jedoch, was mit den Spenden nach der Absage des Festivals aufgrund der Corona-Bestimmungen passierte. Diese konnten entweder zurückgefordert oder der Durchführung von Petitionen zugeführt werden.
- Apropos „Petitionen“: Ohne entsprechendes Demokratiebewusstsein kann die Umsetzung der damit erzielten Ergebnisse auch einem ganzen Land (siehe Brexit) Schaden zufügen. Inwieweit Demokratie-Festspiele diesen Nachteil der direkten Demokratie auszugleichen in der Lage sind bleibt fraglich. Immerhin dürfen wir davon ausgehen, dass die „Zufallsauswahl einer begrenzten Zahl von Bürger:innen für die Bildung von Panels“ in Kombination mit Deliberation bessere Ergebnisse liefert als einfach „nur“ eine höhere Wahlbeteiligung im Rahmen direktdemokratischer Entscheidungen.
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Mit Blick darauf, wie sich ein „Land des Glücks“ beispielsweise via Demokratie-Festspiele ausbreiten könnte, gibt uns Prälat Leopold Städtler Hinweise in seinem Gespräch* mit Martin Hochegger im September 2022:
„Kaplan Vöckl hat gespürt, dass die Kirche alleine es sicher nicht schafft und es etwas braucht, wo der Mensch Mensch sein kann. Und da ist etwas passiert, was bis jetzt einmalig ist in unserer Diözese. Er hat als Kaplan von Fohnsdorf einen Fußballplatz zusammengebracht. Da hat es drei Mannschaften gegeben, eine sogenannte A-Mannschaft, dann die B-Mannschaft und die Nachwuchs-Mannschaft. Und da sind die Burschen gekommen. Beim Kaplan können wir Fußballspielen, haben sie gesagt. Das war der große Durchbruch eigentlich. Und dann, als ich nach Fohnsdorf gekommen bin, habe ich gemerkt, über dieses Fußballspielen kommen junge Menschen zusammen und über dieses Zusammenkommen können auch wir als Kirche langsam das hineinbringen, was wir eigentlich wollten. Dass sie etwas vom Glauben nicht nur verstehen, sondern zu leben beginnen. Das war eine völlig missionarische Geschichte in Wirklichkeit. Cardijn hat uns gesagt, nicht die Massen sind wichtig, sondern die kleinen Runden. Die kleinen Aktivistenrunden.“
*| Zeiten des Aufbruchs für eine Kirche für alle, erschienen in: Sehen Urteilen Handeln. Erinnerungen aus der Zeit der Katholischen Arbeiterjugend und Katholischen Arbeiterbewegung (KAJ/KAB) Steiermark. Hrsg: KAB Steiermark, Druck: Dorrong, Graz, März 2023, S 15




